05.01.2018 - Besuch KZ Buchenwald Januar 2018

Am 5.Januar besuchte ich das ehemalige Konzentrationslager in Buchenwald. Beim Betreten des Geländes und dem Lesen der ersten Infotafeln beginnt man sich etwas Gedanken zu machen was hier einmal gewesen sein muss. Klar man kennt es aus Reportagen oder aus dem Geschichtsunterricht, aber wenn man dann wirklich vor Ort ist, ist es ein ganz anderes Gefühl. Ich greife mir den Plan, suche mit meiner Verlobten gezielt das Gebäude A1, dort soll sie sein, die Ausstellung die wir unbedingt rechtzeitig besuchen wollen. Viele Wege führen nach Rom sagt man so labidar, hier führen auch etliche Wege durchs Gelände. Aber hier führen die Wege alle ins Verderben. In die Qual. In den Tod.  Ein breit gestreutes ""Gitternetz" von Straßen ist über das Gelände angelegt. Wir laufen am ehemaligen Bahnhof, an ehemaligen Garagen und Tankstelle vorbei und stellen fest wir befinden uns auf dem Caracho-Weg. Die Bilder auf den Tafeln und der eindringliche Text bringen einen zum Schweigen. Unvorstellbar was hier damals passierte. Wie eigentlich auf jeder der unzähligen Tafeln die über das gesamte Gelände verstreut sind und auf denen man unvorstellbare Informationen und Bilder zu Gesicht bekommt.

Wir entscheiden uns den Weg über das Torgebäude zu nehmen. Von innen lesbar im Lagertor der Schriftzug "Jedem das Seine".  Darin der Arrestzellenbau. "Der Bunker" Das gefürchtete Gefängnis. Es wird einem ganz anders wenn man in den Gang mit den Zellen schaut. Noch bedrückender der Blick in die Mini-Zellen aus kaltem Beton mit der Holzpritsche, keine Toilette, nichts anderes. So behandelt man keine Menschen, egal woher jemand stammt. Man wird immer nachdenklicher und schaut auf eine weitläufige Fläche auf denen früher die "Blöcke" nach Herkunft sortiert eingeteilt waren. Überall Gedenktafeln, Kränze, Gedenksteine, Erinnerungen. Erinnungen an eine barbarische Zeit. Als wir die Ausstellung erreichen und dort die Geschichte noch näher an uns heran lassen in Bildform,Erinnerungsstücken, usw bleibt uns die Luft weg.

Im Ausstellungsgebäude sind viele Menschen,und wo viele Menschen sind ist auch im Normalfall eine gewisse Geräuschkulisse. Aber nicht hier. Hier ist jeder gebannt von der Geschichte, gebannt von den Exponaten und auch emotional aufgewühlt. Eine bedrückende Stille. Wir haben unzählige Eindrücke mit genommen, unzählige Infotafeln gelesen, unzählige Fotos geschossen aber es ist schwierig das als wahr zu erkennen was sich damals dort von Mensch zu Mensch abgespielt hat. Ich könnte hier noch so viel über die diversen Gebäude, Gedenkstätten usw dort berichten, aber das würde kein Ende finden.

 

Wir können nur eins hoffen - dass es so etwas in unserer Zeit nie mehr geben wird und egal welcher Herkunft jemand abstammt, welcher Religion er angehört, welche Hautfarbe er hat, usw. WIR SIND ALLE MENSCHEN. Und das was hier mal geschah war unmenschlich.